Fuchshai oder auch Drescherhai

Jul 27, 2020 | 0 Kommentare

Fuchshaie (Alopias) werden auch als Drescherhaie bezeichnet. Die Haiart lässt sich in drei Arten unterteilen: den Pazifischen Fuchshai, den Großaugen-Fuchshai und den Gemeinen Fuchshai (Alopias vulpinus). Der Gemeine Fuchshai (Alopias vulpinus)  gilt als der Älteste seiner Art. Pierre Joseph Bonnaterre hat diese Art des Fuchshais bereits 1788 gefunden und als solchen identifiziert. Erst kurze Zeit später wurden der Pazifische Fuchshai und der Großaugen-Fuchshai entdeckt.

Der Drescherhai unterscheidet sich nicht nur in seinem Aussehen maßgeblich von anderen Haiarten. Auch sein Verhalten ist ein anderes. Bekannt ist diese Haiart insbesondere durch die imposanten, meterhohen Sprünge aus dem Wasser und der großen Schwanzflosse.

Der Hai übt seit jeher eine besondere Faszination auf den Menschen aus. Er wird bewundert und gleichzeitig gefürchtet. Der Grund für die Angst vor dem Hai ist in erster Linie in der medialen Darstellung des Hais als Killer zu finden. Es ist jedoch so, dass statistisch gesehen deutlich weniger Menschen an Haiangriffen sterben als bei einem Unfall im Alltag.

Aufgrund der gesellschaftlichen Entwicklung, der zunehmenden Überfischung und gezielten Jagd auf die Räuber des Meeres sind viele Haiarten von dem Aussterben bedroht. Berechnungen zufolge ist der Bestand der Haie in den letzten 10 Jahren um rund 90 % zurückgegangen.

Seit dem Jahr 2000 steht der Fuchshai auf der Roten Liste der IUCN. Aufgrund seines außergewöhnlichen Aussehens und der Tatsache, dass er eine Konkurrenz für die Angler darstellt, stellt er besonders bei Sportanglern ein beliebtes Ziel dar. Nicht selten werden ihre Fischflossen außerdem für Haifischflossensuppe verwendet, weshalb sich diese Haiart in weiten Teilen der Gesellschaft großer Beliebtheit erfreut.

Merkmale des Fuchshais

Fuchshaie erreichen nicht selten eine Länge von bis zu 7,5 Metern. Es gibt aber auch deutlich kleinere Artgenossen, die rund 3 Meter lang sind. Ausschlaggebend für die Länge des Körpers ist die lang gezogene Schwanzflosse, die rund ein Drittel der Körperlänge ausmacht. Der Kopf des Fuchshais ist spitz zulaufend, das Maul verhältnismäßig klein, die Augen überdurchschnittlich groß.

Drescherhaie gehören zu den eher scheuen Artgenossen. Sie sind vorwiegend Einzelgänger, jedoch lassen sich einige Fuchshaie auch in kleineren, gleichgeschlechtlichen Gruppen finden. Der Fuchshai ernährt sich vorwiegend von kleineren Schwarmfischen wie beispielsweise Heringen und Makrelen. Um diese zu jagen, treibt er seine Beute in die Enge und betäubt sie mit einem wuchtigen Peitschenhieb seiner Schwanzflosse.

 

Der Lebensraum des Fuchshais

Der Fuchshai ist in allen Ozeanen der Welt zuhause. Er hält sich in der Regel bis zu einer Wassertiefe von 500 Metern auf. Obwohl Fuchshaie zu den eher schüchternen Wassertieren gehören, schwimmen sie häufig innerhalb der oberen Wasserschichten, um mit ihrer Jagdmethode Schwarmfische zu fressen.

 

Was Taucher über den Fuchshai wissen sollten

Das Naturell des Fuchshais wirkt auf den Menschen erst einmal einschüchternd. Bei seiner Körperlänge und der riesigen Schwanzflosse ist das kein Wunder. Taucher können jedoch unbesorgt sein. Der Drescherhai ist für den Menschen ungefährlich. Nicht nur die Tatsache, dass Fuchshaie enorm scheu sind, sondern auch ihr sehr kleines Maul führen dazu, dass Menschen in der Regel kein Ziel für den Fuchshai darstellen. Bis heute sind keine Angriffe des Fuchshais auf den Menschen bekannt. Wer einem Fuchshai begegnet, kann sich sicher sein, dass dieser in der Regel nicht näher als ein paar Meter heran schwimmt und sich nach einer kurzen Beobachtung wieder verabschiedet.

Gute Aussichten auf eine Begegnung mit dem Fuchshai

Innerhalb der Taucher-Szene scheiden sich hinsichtlich des Wunsches, einen Hai zu treffen, die Geister. Während die einen sehnlichst darauf hoffen, einen echten Hai in seinem natürlichen Lebensraum zu sehen, fürchten sich die anderen vor allen Haiarten und hoffen, in ihrer Zeit als Taucher keinem Hai zu begegnen. Obwohl Fuchshaie in allen Ozeanen der Welt zuhause sind, haben sich in den letzten Jahren einige Spots herausfiltern lassen, an denen die Chance, diese Haiart zu sehen, besonders groß ist. Zu den besten Tauchspots, um auf einen Fuchshai zu treffen, gehören Ägypten und die Philippinen.

Ägypten – Gute Chancen auf eine Fuchshai-Sichtung

In Ägypten werden Fuchshaie besonders häufig an den Brother Islands und dem Daedalus Riff gesichtet. Beide Tauchspots sind jedoch nicht von Land aus zu erreichen. Um dorthin zu gelangen, sind mehrtägige Tauchsafaris notwendig.

Das Daedalus Riff

Das Daedalus Riff befindet sich an einer künstlich errichteten Insel, die etwa 100 Kilometer von Marsā ‘Alam entfernt zu finden ist. Das Riff, welches im Süden Ägypten liegt, gehört aufgrund der vorherrschenden Strömungen zu den anspruchsvolleren Tauchgebieten und eignet sich daher nicht für Anfänger. Natürlich ist es immer Glück, einen Hai zu sehen. Wer jedoch den Weg auf sich nimmt und sich unter Wasser ruhig verhält, hat gute Chancen, dass, sollte ein Fuchshai vorbeischwimmen, dieser neugierig wird und näher heran schwimmt.

Die Brother Islands

Die Brother Islands gehören grundsätzlich zu den beliebtesten Tauchspots der Welt. Zu finden sind sie rund 50 Seemeilen vor El Quesier, mitten auf dem Meer. Das Gebiet ist von der ägyptischen Regierung unter besonderen Schutz gestellt worden, da es sich um einen Marinepark handelt. Daher sind Tauchern hier atemberaubende Momente unter Wasser mit den verschiedensten Fischen garantiert. Die Brother Islands überzeugen mit der Option zu Steilwandtauchgängen, mit prächtigen Weichkorallen, Wracks und Begegnungen mit Großfischen. Aufgrund der Tatsache, dass das Riff sich auf dem offenen Meer befindet, stehen die Chancen gut, dass ein Fuchshai zu sehen ist.

Malapascua als Hot Spot der Fuchshaie

Auf der philippinischen Insel Malapascua, die zur zentralen Inselgruppe der Visayas gehört, können Taucher besonders in den frühen Morgenstunden auf eine Begegnung mit dem Fuchshai hoffen. Zwar verbringen Fuchshaie die meiste Zeit auf dem offenen Meer und kommen in allen Ozeanen der Welt vor, doch nirgendwo sind die Aussichten auf eine Begegnung mit dem Fuchshai so gut wie auf der philippinischen Insel Malapascua im Norden der Visayas, nahe Cebu. Besonders der Tauchplatz Monad Shoal auf Malapascua gilt als Hot Spot für Fuchshaie und ihre Jagdmethode. Dort halten sich die Fische auf, um sich von kleinen Putzfischen reinigen zu lassen, bevor der neue Tag anbricht.

 

 

1. Bild von Sarah Richter auf Pixabay

2. Bild by Thomas Alexander, CC BY-SA 4.0 auf Wikimedia Commons.