Was keine Tauchschule verschweigen sollte – die gefährlichsten Meerestiere

Jun 8, 2018 | 0 Kommentare

Unter den vielen Extremsportarten, die der Mensch erfunden hat, gibt es nur wenige Beispiele, bei denen ein Teil der Gefahr des Sports von Tieren ausgeht. Das Tauchen ist eine solche Sportart, denn wenn man taucht, insbesondere im großen Open Water, dann sieht man relativ schnell, dass die Welt, in die man sich dort begibt, eigentlich das Zuhause von jemand anderem ist. In diesem Artikel soll es um ein paar dieser Lebewesen gehen, über die bereits in einer Tauchschule aufgeklärt werden sollte, aber häufig nicht ausreichend informiert wird. Fische, Quallen, Meeresbodenbewohner, aber auch einige Säugetiere bewohnen verschiedene Teile des Meeres oder der Seen, in die sich Tauchbegeisterte oft für ihre sportlichen Aktivitäten begeben. Welchem dieser beeindruckenden Geschöpfe Sie bei Ihrem nächsten Tauchgang besser nicht zu nah kommen sollten, das erfahren Sie in den nächsten Abschnitten.

 

—Inhaltsverzeichnis—

Scuba Diver Ausbildung in einer Tauchschule


Bild von Martin Str auf Pixabay

Bevor wir uns genauer mit den lebendigen Gefahren des Tauchens beschäftigen, wollen wir kurz eine Lanze für die ein oder andere Tauchschule dieser Welt brechen. Natürlich landen dort in der Ausbildung zum Scuba Diver meist nur Informationen, die für den jeweiligen Standort von Interesse sind. Das heißt, eine Tauchschule in Ägypten belehrt selten in Tauchkursen über gefährliche Tiere vor der Ostküste Australiens. Grundsätzlich liegt dort auch nicht das Hauptproblem. Nichtsdestotrotz führt eine solch spezialisierte Ausbildung vom Tauchlehrer zu starken Unterschieden in der Qualität der Vorbereitung vieler Scuba Diver. Insbesondere sind davon Hobby- und Gelegenheitstaucher betroffen, die nicht nur einen Tauchspot der Welt erkunden möchten, sondern die unter Umständen das Tauchfieber gepackt hat.

Open Water Ausbildung: Scuba Diver zu Gast bei Freunden

Tauchen ist ein Sport, den man perfekt in der Gruppe durchführen kann und der auch in den meisten Fällen gleichzeitig eine Art Sightseeing-Komponente besitzt. Schließlich möchte man nach der Ausbildung auch etwas sehen und die eigentliche sportliche Aktivität rückt dabei oft in den Hintergrund. Ob es das schöne Korallenriff ist, welches von kleinen Fischen nur so wimmelt, oder ob es die vorbeiziehenden Schwärme, Rochen oder sogar Haie sind, die man aus sicherer Entfernung beobachten möchte. Tauchen, besonders im Freiwasser, ist ein visueller Sport und jede Tauchschule erfreut sich zu einem großen Teil auch genau aus diesem Grund einer großen Beliebtheit. Gleichzeitig hat man es aber in erster Linie auch mit freundlichen Begegnungen zu tun. Viele der Tiere besitzen bereits eine natürliche und gesunde Skepsis gegenüber dem fremden, Tauchausrüstung-bepackten Eindringling und kommen ihm nicht zu nah. Allerdings gehören zum freundlichen Ausgang einer solchen Begegnung immer zwei Individuen. Das heißt, dass das richtige Verhalten des Tauchers, welches man in einer Tauchschule unbedingt lernen sollte, bedeutend zum unfallfreien Tauchen beiträgt. Aber dazu später mehr.

Die gefährlichsten Meerestiere für Diver


Bild von Andrea Bohl auf Pixabay

Nun aber zu den Gefahren, die Sie als Diver im Hinterkopf behalten müssen. Wie bereits erwähnt, gibt es eine ganze Reihe an verschiedenen Tieren, die an unterschiedlichen Orten der Welt vermehrt auftreten und von denen auch je nach aktueller Situation eine unterschiedlich große Gefahr ausgehen kann. Das erste Tier, das den meisten Menschen sicherlich als omnipräsente Gefahr im Meer einfällt, ist der Hai. Tatsächlich kommt es auch jedes Jahr zu Angriffen durch Haie, allerdings verlaufen diese in der Regel nicht tödlich. Von den 81 (2016), 88 (2017) und 66 (2018) gemeldeten Haiangriffen der letzten drei Jahre waren gerade einmal 4 (je 2016 sowie 2018) und 5 (2017) tödlich. Mit den Daten der letzten 10 Jahre entspricht dies einem Gesamtprozentsatz von knapp 8,2%, einer 12 zu 1 Wahrscheinlichkeit bei einem Haiangriff umzukommen, vorausgesetzt man wird überhaupt von einem Hai angegriffen – und das weltweit. Somit ist die Gefahr von Haien statistisch als Tauchgefahr eher unbedeutend. Insgesamt gilt, dass Angriffe insbesondere in Regionen geschehen, in denen viele Haie vorkommen (u. a. Bahamas, Fiji, Polynesien, Südafrika, Tahiti) und in den meisten Fällen abseits der bei Tauchern beliebten Riffe. Tauchgänge bei denen explizit Begegnungen mit Haien angeboten werden, haben logischerweise ebenfalls ein erhöhtes Risiko. Das richtige Verhalten im Falle einer Begegnung bzw. sogar eines Angriffs ist der Schlüssel zum Überleben und sollte von jeder Tauchschule vermittelt werden. Kurzgefasst gilt bei einer Begegnung mit einem Hai:

  • Ruhe bewahren, niemals hektisch wegschwimmen
  • den Körper zum Hai hin drehen und ihn mit den Augen permanent verfolgen
  • Sich nicht aus dem Griff des Hais befreien (meist „knabbert“ er nur aus Neugier)
  • Den Hai schlagen (Schnauze, Kiemen)

Tauchlehrer warnen vor giftiger Gesellschaft

Natürlich gibt es nicht nur Tiere im Meer, die einem mit ihrem Beißwerkzeug unangenehm werden können. Stattdessen gibt es auch jede Menge Lebewesen, bei denen der Kontakt allein reicht, um negative Konsequenzen auszulösen. Meist geschieht dies dadurch, dass sie über wirkungsvolle Abwehrwerkzeuge wie Stacheln verfügen, manchmal aber sind es auch giftige Substanzen, mit denen sie ihre Angreifer abzuwehren versuchen. Typische Beispiele dieser Art sind zum einen der Stechrochen, der vor allem im Roten Meer und im indischen sowie westpazifischen Ozean beheimatet ist. Auch wenn Rochen generell nicht zu den typischsten Gefährdern im Meer gehören, ist spätestens seit dem Tod von Dokumentarfilmer und Abenteurer Steve Irvin bekannt, dass gerade stechende Rochen in seltenen Fällen auch für den Menschen gefährlich werden können. In jedem Fall jedoch sind Stiche dieser Art sehr schmerzhaft.

Das Gleiche gilt für Steinfische und Feuerfische. Während Steinfische sich bevorzugt eingegraben im Boden befinden, sind Feuer- oder Skorpionfische meist besser zu erkennen. Unabhängig davon kann ein unerwünschter Kontakt mit beiden Fischen sehr unangenehme Folgen haben. Der Steinfisch ist mit seinen auf dem Rücken befindlichen Giftstacheln im Sand kaum sichtbar. Dadurch können unvorsichtige Anfänger schnell auf ihn treten und sich so verletzen. Der Feuerfisch hingegen setzt seine Stacheln durchaus auch taktisch ein und richtet sie bei Gelegenheit in Richtung seines Feindes. Wer bereits mit dem Stich eines solchen Fisches Erfahrungen machen durfte, weiß, dass auch wenn das Gift für den Menschen nicht tödlich ist, sich doch unangenehme Entzündungen entwickeln können und der Heilungsprozess oft mehrere Monate dauern kann. Die Gefahr, die von solchen Meeresbewohnern ausgeht, ist in der Regel sehr gering, da sie ausschließlich von sich aus angreifen, wenn sie tatsächlich angegriffen oder massiv gestört werden. Allerdings haben sie auch eine relativ geringe Fluchtdistanz. Das bedeutet, ein Taucher ist in der Lage, sehr nah an den Fisch heranzukommen, bevor dieser die Flucht antritt. Dies hat zur Folge, dass ein unaufmerksamer Tauchanfänger schnell ungewollt zur Gefahr für den Fisch wird. Insbesondere der Steinfisch verlässt sich in diesem Zusammenhang sehr stark auf seine Abwehrmechanismen und flüchtet nur in großen Ausnahmesituationen.

Jeder Scuba Diver weiß: Noli me tangere!

Es wird deutlich, dass sich insbesondere eine grundsätzliche Regel ergibt, die bei jedem Tauchgang gelten sollte. Sie entspricht dem obenstehenden lateinischen Ausrufs, der übersetzt so viel bedeutet wie „Rühr mich nicht an!“. Ein Taucher sollte auf seinem Tauchgang möglichst nichts in seiner Umgebung anfassen. Dies umfasst sowohl die Pflanzenwelt, die sich unter Wasser befindet, als auch jegliche Tiere, die dort ihrem Alltag nachgehen. Dies mag für den ein oder anderen Tauchanfänger schwierig sein, da man mit der neuartigen Umgebung gerne in Interaktion treten würde. Allerdings ist dies in jeder Tauchausbildung eine der Basisregeln, die in jeder guten Tauchschule von einem Tauchlehrer beigebracht wird. Das Befolgen dieser einfachen Regel hat nicht nur zur Folge, dass man sich nicht an giftigen, bissigen oder stechenden Lebewesen verletzt, sondern auch, dass man Tiere und Pflanzen, nicht in ihrem natürlichen Umfeld stört. Dadurch erweist man letzten Endes nicht nur sich selbst einen großen Gefallen, sondern umso mehr der eigenen Umwelt und Natur sowie den zukünftigen Generationen von Tauchern, die auf diese Weise ebenfalls von der Schönheit und Vielfalt der Unterwasserwelt profitieren können.

Fazit und Zusammenfassung für Eilige

Wie Sie sehen gibt es durchaus eine ganze Reihe an Tieren, deren Begegnung in der Tiefe nicht nur positive Konsequenzen mit sich ziehen kann. Dazu gehören Tiere, die beißen oder stechen können oder anderweitig effektiv ihr Revier verteidigen. In nahezu jedem dieser Fälle, in dem es zu einem Unfall kommt, ist es jedoch der Mensch, der diese unliebsame Begegnung ausgelöst hat. Sei es, weil er sich zu unvorsichtig genähert hat, weil er zu aufdringlich war, oder auch weil er den beheimateten Tieren nicht den nötigen Respekt entgegengebracht hat. Insgesamt ist also die Quintessenz, die jede Tauchschule ihren Schülern vermitteln sollte, folgende: Ein verantwortungsvoller und bewusster Umgang mit der eigenen Umwelt ist der erste und wichtigste Schritt ist, um nahezu jeden unangenehmen Kontakt mit einem Unterwasser-Bewohner erfolgreich zu verhindern. Am Ende sind wir als Taucher nur Gäste und sollten uns entsprechend verhalten. An Land ist es schließlich auch nicht anders, denn auch dort hat unvorsichtiges oder unhöfliches Verhalten negative Konsequenzen. Ein gut ausgebildeter Diver, der sich verantwortungsvoll verhält, wird hingegen die Schönheit der Unterwasserwelt unbeschadet erleben können.