Rebreather tauchen – Leiser, tiefer und länger

Okt 1, 2020 | 0 Kommentare

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Rebreather wird zur effektiven Nutzung des Atemgases unter Wasser verwendet.
  • Man unterscheidet zwischen zwei verschiedenen Rebreather-Arten, den geschlossenen und den halbgeschlossenen Rebreathern. Halbgeschlossene Rebreather gibt es auch in passiven Ausführungen.
  • Wer sich einen Rebreather zulegen möchte, der tätigt eine beachtliche Investition. Die Preise variieren je nach Hersteller und Modell, durchschnittlich liegen sie bei ca. 6.500 – 8.500 €.
  • Die Pflege und regelmäßige Wartung von Tauchgeräten ist unbedingt notwendig, damit kein Sicherheitsrisiko unter Wasser entstehen kann und die kostspieligen Teile des Rebreathers so lange wie möglich funktionstüchtig bleiben.

Aufgaben des Rebreathers

Anders als beispielsweise Tauchermaske, Neoprenanzug, Tauchcomputer, Taucherflossen und BCD gehört ein Rebreather (auch Kreislaufgerät genannt) nicht zur Standardausrüstung eines Tauchers. Die Hauptaufgabe des Rebreathers besteht in der Reinigung der Atemluft, die vom Taucher ausgeatmet wird. Somit ermöglicht ein Kreislaufgerät eine effiziente Nutzung des Atemgases.

Bei der Reinigung der Ausatemluft erfolgt eine chemische Bindung des Kohlendioxids in einem speziellen Atemkalkbehälter und eine beliebige Zugabe von frischem Sauerstoff. Die Bindung des Kohlendioxids im Atemkalk, welche im Atemkalkbehälter stattfindet, findet dabei in drei verschiedenen Phasen statt. Wichtig dafür, dass diese Phasen problemlos ablaufen, ist, dass der Atemkalk eine gewisse Feuchtigkeit hat. Wie wirksam dieser Prozess ist, hängt außerdem von der Temperatur des Atemkalks ab.

Durch Sensoren wird gemessen, wie hoch der Sauerstoffanteil der Atemluftmischung ist und es wird je nach Bedarf die Zugabe von frischem Sauerstoff ausgelöst. Somit wird nur sehr wenig Gas verbraucht und es entstehen keine Blasen aus ausgeatmeter Atemluft, die während des Tauchens aufsteigen. Dies bedeutet für den Taucher, dass er geräuschlos tauchen kann. Besonders praktisch ist außerdem, dass die Nullzeiten beim Rebreathertauchen länger sind. Im Vergleich zu regulären Tauchgängen können die Nullzeiten bei Tauchgängen mit Rebreather mehr als dreimal so lang sein.

Da sich die Atemluftmischung immer an die Tauchtiefe anpasst, ist außerdem sichergestellt, dass jederzeit der richtige Sauerstoffanteil vorhanden ist. Ein weiterer Vorteil des Rebreathertauchens ist, dass der Gasverbrauch insgesamt geringer ist und dementsprechend die Kosten teurer Gasgemische reduziert werden. Das Atemgemisch, welches durch den Rebreather hergestellt wird, zeichnet sich außerdem durch einen geringeren Sauerstoffpartialdruck aus. Durch den niedrigeren Sauerstoffpartialdruck ist eine größere Tauchtiefe erlaubt. Bei reinem Sauerstoff und einem dementsprechend höheren Sauerstoffpartialdruck sind meist nur Tiefen bis zu sechs Metern möglich.

Gut zu wissen

Einer der Nachteile des Rebreathertauchens ist die Tatsache, dass keine Tarierung über die Ein- und Ausatmung möglich ist.

Arten von Rebreathern

Generell wird zwischen zwei Hauptarten von Kreislauftauchgeräten unterschieden: Den geschlossenen Rebreathern (CCR) und den halbgeschlossenen Rebreathern (SCR). Letztere gibt es jedoch auch in passiv halbgeschlossener Ausführung. Die unterschiedlichen Arten weisen folgende Merkmale und Besonderheiten auf:

Art Merkmale Besonderheiten
Geschlossener Rebreather – Der Sauerstoff, der im Körper verbraucht wurde, wird komplett mit Sauerstoff, der aus einer Druckgas-Sauerstoffflasche kommt, ersetzt

– Pendelatmung von reinem Sauerstoff

– Angehängter Kohlendioxid-Filter

– Volumenveränderungen werden mithilfe eines Überdruckventils oder über das Abatmen mit der Tauchermaske ausgeglichen

– Verwendung von zwei Flaschen (eine Pressluft- oder Mischgasflasche zusammen mit einer Sauerstoffflasche)

– Wird oft im militärischen Bereich verwendet, zum Beispiel von Minentauchern

– Auch CCR (closed circuit rebreather) abgekürzt

Halbgeschlossener Rebreather – Der vom Körper verbrauchte Sauerstoff wird mithilfe einer Mischgasquelle ersetzt

– Überschüssiges Atemgas wird über ein Ventil oder das Abatmen über die Maske abgegeben

– Auch SCR (semiclosed rebreather) abgekürzt
Passiv halbgeschlossener Rebreather – Ähnlicher Aufbau wie bei halbgeschlossenen Tauchgeräten

– Bei jedem Atemzug wird der gleiche Anteil an Volumen entnommen und abgegeben

– Der Volumenausgleich mit Mischgas erfolgt automatisch

– Ein konstantes Atemgas besteht

– Wird besonders von Höhlentauchern genutzt

– Auch pSCR (passive semiclosed rebreather) abgekürzt

Welche Eigenschaften muss ein Kreislauftauchgerät haben?

Da der Rebreather für die effektive Nutzung der Ausatemluft zuständig ist, sollte er über verschiedene Eigenschaften verfügen, die das sichere Atmen unter Wasser ermöglichen.

Zu den wichtigsten Eigenschaften eines Rebreathers gehören:

  • Richtige Dosierung: Die Dosierung kann manuell oder passiv erfolgen. Je nachdem, für welche Tauchgänge der Rebreather genutzt werden soll, eignet sich eine der Varianten meist besser.
  • Material: Um die Zuverlässigkeit des Rebreathers sicherzustellen, sollten hochwertige Materialien verwendet werden.
  • Verarbeitung: Auch eine hochwertige Verarbeitung der Materialien ist dabei entscheidend, die Sicherheit unter Wasser zu garantieren.
  • Komfort: Ein Rebreather sollte unbedingt angenehm zu tragen sein, da er sonst aufgrund seines Gewichts auf längeren Tauchgängen zu einer unangenehmen Belastung werden kann. Auch das Atmen selbst sollte angenehm sein.

Worauf muss ich beim Kauf eines Rebreathers achten?

Der Kauf eines Rebreathers sollte wohl bedacht sein. Es handelt sich hierbei nämlich um eine beachtliche Investition. Aus diesem Grund sollte man bei der Wahl eines Rebreathers die folgenden Punkte beachten:

  • Größe und Gewicht: Je nach Körperbau des Tauchers sind verschiedene Größen besser geeignet. Generell sollte man jedoch darauf achten, dass der Rebreather nicht zu schwer ist und damit keinen großen zusätzlichen Ballast unter Wasser bedeutet.
  • Zusätzliche Kosten: Damit sind nicht nur die Anschaffungskosten für das Gerät gemeint, denn man sollte unbedingt bedenken, dass auch jährliche Kosten anfallen, wenn man einen Rebreather besitzt. Dazu gehören zum Beispiel Ventile, Atemkalk oder Wartungen, welche bezahlt werden müssen. Somit können jährlich Kosten zwischen 350 – 750 Euro anfallen.
  • Montage und Demontage: Wie kompliziert und zeitaufwendig sich die Montage und Demontage eines Rebreathers gestaltet, kann von Modell zu Modell variieren. Aus diesem Grund sollten Taucher sich überlegen, ob sie ihren Rebreather lieber in Ruhe am Abend vor einem Tauchgang montieren möchten oder dies in wenigen Minuten direkt vor dem Tauchgang vornehmen möchten.
  • Tauchgebiete und Art des Tauchgangs beachten: Nutzt man den Rebreather in bestimmten Tauchgebieten, dann sollte dies in die Wahl des Modelles einfließen. Sollte man im Urlaub gerne Höhlentauchen und hierbei den Rebreather nutzen, so wird zum Beispiel eher ein passiv halbgeschlossenes Modell empfohlen. Außerdem sollte bedacht werden, dass nicht alle Rebreather als Gepäck mit in die Flugkabine genommen werden können. Wer also zu 100 % sichergehen möchte, dass der Rebreather beim Flug nicht beschädigt wird oder im schlimmsten Fall sogar verloren geht, sollte dementsprechend auf ein Modell setzen, dessen Mitnahme in die Flugkabine erlaubt ist.

Hinweis

Besonders sinnvoll ist es, vor dem Kauf eines Rebreathers verschiedene Modelle auszutesten. So lassen sich die eigenen Vorlieben schnell festlegen und die Gefahr eines Fehlkaufs wird minimiert.

Wie pflege ich meinen Rebreather am besten?

Pflegt man seinen Rebreather gewissenhaft, so kann dieser einige Jahre funktionsfähig und zuverlässig bleiben.

  • Reinigung: Ein Rebreather sollte nach jedem Tauchgang gereinigt werden. Dies sollte durch ein Ab- und Durchspülen mit klarem Süßwasser erfolgen. Zur kompletten Reinigung des Rebreathers gehören außerdem weitere Schritte, wie zum Beispiel das Einsprühen der T-Stücke mit Desinfektionsmittel.
  • Sonneneinstrahlung vermeiden: Wie die meisten Materialien, die für die Teile einer Tauchausrüstung benutzt werden, sollten auch die Bestandteile eines Rebreathers vor dauerhafter Sonneneinstrahlung geschützt werden. Der Rebreather sollte idealerweise an einem schattigen, kühlen und gut belüfteten Ort aufbewahrt werden.
  • Richtig lagern: Damit ein Rebreather gelagert werden kann, sollte er unbedingt komplett trocken sein. Alle Teile des Rebreathers sollten desinfiziert und der Kalkbehälter vollständig geleert werden. Außerdem wird empfohlen, den Rebreather zusammengesetzt zu lagern, damit keinerlei Fremdkörper in ihn eindringen können.
  • Pflege: Damit die O-Ringe des Rebreathers nicht porös werden, sollten sie regelmäßig eingefettet werden. Hierbei sollte jedoch keine zu große Menge Fett verwendet werden, sondern nur so viel, dass die O-Ringe glänzen.

Wie erfolgt die Revision und Wartung eines Rebreathers?

Um die Sicherheit des Rebreathers auch dauerhaft garantieren zu können, muss dieser regelmäßig überprüft und gewartet werden. Empfohlen wird, den Rebreather mindestens einmal im Jahr von einem Fachmann warten zu lassen. Der Sensor eines Rebreathers hat beispielsweise eine Lebensdauer von nur ca. 1 – 2 Jahren und muss dementsprechend ausgewechselt werden. Auch wenn die professionelle Revision des Rebreathers mit gewissen Kosten verbunden ist, sollte man an dieser Stelle auf keinen Fall sparen und die jährliche Wartung unbedingt durchführen lassen, um keinerlei Sicherheitsrisiken einzugehen.

Preise und bekannte Hersteller von Rebreathern

Wer sich einen Rebreather zulegen möchte, der findet online eine große Auswahl an verschiedenen Rebreather-Modellen von unterschiedlichen Herstellern. Manuelle Kreislauftauchgeräte sind dabei meist günstiger als elektronische oder hybride Modelle. Zu den beliebtesten und besten Modellen gehören zurzeit die folgenden:

 

Rebreather Eigenschaften Preis
JJ CCR Rebreather (CE Edition) Besonders robust, simples Design, einfache Bedienung, hochwertige Materialien Ca. 8.700€
Submatix Quantum Mini Rebreather Klein und leicht (17 kg ohne Flaschen), einfache Bedienung, unkomplizierte Montage und Demontage eCCR (elektronisch) ab ca. 8.500€
Scubaforce SF2 Rebreather Backmount/Sidemount Kompakt, benötigt weniger Volumen als andere Rebreather, rücken- oder seitenmontiert, einfache Montage und Demontage Ca. 8.700€
rEvo Micro Rebreather Besonders klein und leicht (15,5 kg ohne Flaschen), in manueller oder hybrider Version verfügbar, besonders für Wrack- und Höhlentaucher geeignet mCCR (manuell) ab ca. 5.800€

hCCR (hybrid) ab ca. 7.000€

Fazit: Warum ein Rebreather sich lohnen kann

Mit einem Rebreather zu tauchen kann einige Vorteile mit sich bringen. Dazu gehören beispielsweise der geringere Gasverbrauch, der geringere Sauerstoffpartialdruck und die Möglichkeit, sich geräuschlos unter Wasser fortzubewegen. Wer sich einen Rebreather zulegen möchte, der sollte jedoch auf einige Punkte achten, da die Geräte äußerst kostspielig sind und ein Fehlkauf dementsprechend vermieden werden sollte. Hat man bereits das richtige Modell gefunden, gilt es die richtige Pflege und die regelmäßige Wartung des Rebreathers zu beachten. Bedenkt man all diese Punkte, kann man an dem richtigen Modell lange Freude haben und die spezielle Art des effizienten Tauchens erleben.