Funfacts zum Scuba Diving – Das hast du noch nicht gewusst

Jun 15, 2018 | 0 Kommentare

Wer selbst schon einmal Scuba Diving gemacht hat, den wird es nicht wundern: Der Sport ist beliebt wie nie zuvor. Eine Statistik von vor 2012 protokollierte weltweit bereits über 20 Millionen Menschen, die dem Tauchen mit Atemgerät nachgehen und die jährlichen Tauchstatistiken zeigen, dass jedes Jahr mehr Menschen das Scuba Diving für sich entdecken. Die Faszination der Unterwasserwelt, deren Schönheit sich erst zeigt, wenn ein Diver sich selbst hinab begibt in das fremde aber eindrucksvolle und faszinierende Reich voller kräftiger Farben und bizarrer Formen, lässt einen so schnell nicht wieder los.

Viele der Facts und Funfacts, die über die Jahre über Scuba Diving zusammengetragen wurden, sind dem ambitionierten Taucher bereits hinlänglich bekannt und gerade Tauchprofis gelten zu den Sportlern, die sich besonders umfangreich und gründlich auf ihre Tauchgänge vorbereiten – sowohl körperlich als auch inhaltlich. Wir sind uns sicher, dass wir deshalb vielen Lesern nichts mehr vormachen können mit einer Liste von Fakten rund um das Scuba Diving. Doch wir sind recht zuversichtlich, dass unter den Funfacts in den folgenden Absätzen noch die ein oder andere überraschende Information schlummert, von der auch der informierteste Taucher bisher noch nichts gehört hat.

 

—Inhaltsverzeichnis—

Scuba Diving: Gefährlich oder nicht?

Eines vorweg: Unter den vielen Sportarten von gewöhnlich bis extrem, wird Scuba Diving oft als eines der gefährlicheren Hobbys bezeichnet, die man haben kann. Viele Foren im Internet beschäftigen sich mit Unfällen und Todesfällen von Tauchern überall auf der Welt und es gibt unzählige Listen mit den gefährlichsten Tauchplätzen, die als Warnung gedacht sind, häufig aber eher als Bucket-List genutzt werden. Insgesamt ist Gerätetauchen trotzdem ein sicherer Sport. Viele Orte wie das Wrack der Andrea Doria im Nordatlantik oder das berüchtigte Blue Hole im Roten Meer lassen zwar selbst erfahrene Diver einen Schauer über den Rücken fahren und sind bekannt dafür, dass sie bereits viele Taucher das Leben gekostet haben. Trotzdem bleibt das Tauchen ein Sport, der mit der nötigen Vorbereitung so gut geplant und durchgeführt werden kann, wie kaum ein anderer „extremer“ Sport. Richtig vorbereitet geschehen in den seltensten Fällen ernst zu nehmende Unfälle und oft sind solche eher auf Fahrlässigkeit und Übermut zurückzuführen, als auf unvorhersehbare Außeneinflüsse. Funfact: Während die Todeswahrscheinlichkeit beim Scuba Diving bei ca. 1:212 000 liegt, so ist es mehr als doppelt so wahrscheinlich, beim Tanzen zu sterben (ungefähr 1:100 000). Zum Vergleich: Die Wahrscheinlichkeit, bei einem Flugzeugabsturz zu sterben liegt bei ca. 1:29 Millionen.

Open Water: Wie in einer anderen Welt

Unter Wasser gelten in vielen Bereichen andere Regeln als an der Oberfläche. Taucher berichten immer wieder von neuen Phänomenen, die bei logischer Betrachtung zwar nachvollziehbar sind, die man aber nicht für möglich gehalten hat. Ein solcher Funfact ist beispielsweise, dass aufgrund der Absorption des Lichts durch das Wasser unter 5 Metern Tiefe rotes Licht und somit die Farbe Rot nicht mehr sichtbar ist. Dies bedeutet nicht nur, dass ohne zusätzliches Licht die darunterliegende Welt eintönig in Blau- und Grüntönen gehalten ist (wenn überhaupt noch Licht bis dorthin reicht), sondern, dass auch wenn der Diver sich an einer scharfen Koralle oder an einem Felsen schneidet, das Blut nicht mehr rot, sondern grünlich erscheint. Erst bei direkter Bestrahlung mit einer Lampe werden die eigentlichen Farben sichtbar.

Weltrekorde beim Scuba Diving

Sicherlich haben viele Leser dieses Artikels vom Scuba-Tiefen-Weltrekord gehört. Im September 2014 tauchte Ahmed Gabr im Roten Meer auf über 330 Metern Tiefe hinab. Mit einem Team aus 30 Experten und Helfern wagte er nach langjähriger Vorbereitung den Rekordversuch und ließ sich innerhalb von nur knapp 12 Minuten auf die Rekordtiefe hinab. Ursprünglich hatte er eine Tiefe von 350 Metern geplant, doch das HPN-Syndrom, ausgelöst durch das Heliumgemisch, welches er durch sein Atemgerät einatmete, bereitete ihm eher als erwartet Probleme. Um nicht die Kontrolle über seinen Körper zu verlieren, leitete er den Aufstieg bereits bei ca. 335 Metern Seillänge ein, was bei einem durch die Strömung leicht gekrümmten Seil der Rekordtiefe von exakt 332,35 Metern entsprach. Die gesamte Aktion dauerte von 10:30 Uhr vormittags bis nach Mitternacht, da Gabr sich für den Aufstieg und Druckausgleich mehr als 13 Stunden Zeit ließ. Funfact: Sein erstes Interview über seinen Erfolg gab er bereits wenige Minuten nachdem er die Oberfläche erreicht hatte. Das überraschte viele Experten, die mit einer mehrere Stunden langen Regenerationsphase gerechnet hatten. Unter anderem berichtete der 42-jährige den Medien davon, dass er, während seines Aufstiegs sechs Stunden lang die Gesellschaft eines neugierigen Babyhais teilte, mit dem er sich die Zeit vertrieben habe.

Die knapp 14 Stunden unter Wasser waren eher ein Kurztrip im Vergleich zum bislang längsten jemals gemessenen Salzwassertauchgang. Ganze 51 Stunden und 20 Minuten hielt sich der Ägypter Waala Hafez auf ca. 10 Metern Tiefe auf und mithilfe eines Heizungssystems warm. Den bisherigen Rekord übertrumpfte er nur um etwas mehr als 15 Minuten, was zeigt, wie strapazierend ein solcher Tauchgang selbst für einen optimal trainierten menschlichen Körper ist.

Tierisches Apnoetauchen

Im Vergleich zur Tierwelt sind diese Rekorde lachhaft. Während viele Lebewesen ihr gesamtes Dasein unter Wasser verbringen, gibt es Fische wie den Knochenfisch, die auf über unglaubliche 8000 Meter Tiefe tauchen können. Einige Wale schaffen fast 3000 Meter und müssen zudem zum Atmen wieder an die Oberfläche. Selbst ein Elch taucht mit sechs Metern Tiefe tiefer, als es die meisten Menschen schaffen würden. Um dies zu bewältigen, kann er seine Nasenlöcher verschließen. Auch in der Tauchdauer sind die Wale Spitzenreiter unter den Säugetieren mit Lungenatmung. Sie kommen auf bis zu über 2 Stunden Tauchzeit mit nur einem einzigen Atemzug. Zum Vergleich: Der menschliche Weltrekord liegt bei 24 Minuten. Und dabei handelt es sich um statisches Apnoetauchen, also unbewegliches Liegen im Wasser.

Tauchausrüstung Historie

Das erste Patent für eine sogenannte Aqualung, ein Tauchgerät mit Pressluft wurde in den 1940er Jahren vom berühmten Meeresforschungspionier Jacques-Yves Cousteau angemeldet. Die ersten Skizzen und Ideen zu Taucheranzügen mit Luftzufuhr von außen stammen jedoch bereits aus dem 16. Jahrhundert. Ein Pionier dieser Entwicklung war auch Erfinder Leonardo da Vinci, der einen Anzug aus Leder entwarf, mit dem venezianische Soldaten die Schiffe der feindlichen Türken von Unterwasser aus sabotieren sollten. Funfact: Im Rahmen einer Dokumentation über den Erfinder Da Vinci unternahm die BBC 2003 einen Versuch, dieses Taucheranzugskonzept in der Realität zu testen. Mit Erfolg. Auch wenn die Bewegungsfreiheit stark eingeschränkt war, konnte eine Taucherin den Anzug in einer Tiefe von 2-3 Metern erfolgreich nutzen.

Kurioses beim Scuba Diving

  • Unglaublich aber wahr: Während es an Land kaum mehr Orte gibt, die noch nie ein Mensch mit eigenen Augen gesehen hat, sieht es unter Wasser ganz anders aus. Die Tiefsee ist unerforschter als der Weltraum. Nur ca. 10 % des Meeres sind überhaupt erforscht und die Wissenschaft ist sich sicher, dass dort unten, wo kein Licht der Sonne mehr hingelangt, Tausende Lebewesen leben, die ebenfalls noch kein Mensch je gesehen hat.
  • Auf dem Grund der Karibik nahe der Insel Grenada befindet sich ein Museum. Es besteht aus vielen Skulpturen, die auf dem Meeresgrund in unterschiedlichen Konstellationen angeordnet sind. Nicht nur können Taucher die Skulpturen bestaunen, sondern auch viele Fische und Korallen, die die Figuren nach und nach bevölkern und den grauen Beton zu bunten Gebilden werden lassen.
  • Unter Tauchern existiert ein kurioses Gerücht: Diver können ab einer gewissen Tauchtiefe nicht mehr pupsen, da die zuständigen Muskeln nicht gegen den Unterwasserdruck ankämen. Wir können damit aufräumen – eine solche physikalische Einschränkung gibt es nicht. Auch in größerer Tiefe ist es einem Taucher noch möglich, ausgiebig zu pupsen.
  • So gefährlich wie das Scuba Diving immer vermutet wird, die häufigste Verletzung ist keine Sauerstoff- oder CO2-Vergiftung bzw. ein Barotrauma, sondern ein ganz simpler Zehbruch. Der Autor kann es bestätigen, denn er leidet gerade auch unter den Folgen eines Schiffsleiter-Missgeschicks nach seinem letzten Mexiko-Tauchgang.

Fazit und Zusammenfassung für Eilige

Das Scuba Diving (self-contained underwater breathing apparatus) mit Drucklufttauchgerät ist eine sehr beliebte Freizeitaktivität überall auf der Welt. Während man dem professionellen Diver nur noch kaum neues über diesen Sport erzählen kann, so gibt es doch noch ein paar Funfacts und Kuriositäten rund um die Welt des Tauchens, die die meisten Menschen noch nicht gehört haben dürften. In diesem Artikel haben wir ein paar davon vorgestellt. Möglicherweise taugt der ein oder andere Fakt davon ja zum Angeben vor den eigenen Diver-Freunden auf der nächsten Party.

Bild von Jakob Boman auf Pixabay