Tauchausrüstung – ab wann lohnt es sich zu kaufen?

Jan 8, 2020 | 0 Kommentare

Bild von Ulrike Leone auf Pixabay

Egal ob für absolute Anfänger oder erfahrene Tauchprofis, ein gutes Equipment ist ein Muss. Da mit einer schlechten Ausrüstung ein gewisses Sicherheitsrisiko einhergehen kann, sollte man sich, egal wie gut Taucherfahrung und theoretisches Knowhow sind, diesbezüglich umfassend informieren.

Tauchausrüstungen sind mit Kosten verbunden, die vor allem viele Tauchanfänger nicht leichtfertig stemmen können und wollen. Deshalb ergibt sich das Rätsel, ab wann es sich lohnt, sich eine eigene Tauchausrüstung zuzulegen. Wichtig ist dabei, zu wissen, was alles zu einer kompletter Ausstattung gehört und wie teuer diese ist. Außerdem lohnt es sich, sich über mögliche Alternativen wie das Leihen zu informieren.

 

—Inhaltsverzeichnis—

Was gehört zur Tauchausrüstung?

Atemregler: Ein Atemregler darf in keiner Tauchausrüstung fehlen. Er ist dafür zuständig, eine Anpassung des Drucks im Atemgemisch an die jeweilige Umwelt vorzunehmen. Der Regulator besteht aus drei Teilen, einer Anzeige, einem Atemregler und einer alternativen Luftquelle.

Taucherflasche: Eine Taucherflasche ist beim Tauchen unabdingbar. Sie ist für die Aufbewahrung des Atemgases zuständig. Normalerweise bestehen Taucherflaschen aus kaltgepresstem Aluminium, um besonders widerstandsfähig zu sein. Sie besitzen ein Ventil, welches für einen gleichmäßigen Gasfluss sorgt.

Tarierweste: Die Tarierweste ist beim Tauchen für eine Anpassung an die Auftriebskraft zuständig. Dies funktioniert, indem die Jacke mit Luft vollgepumpt wird, oder diese abgelassen wird, je nachdem, welcher Auftrieb gegeben ist. Tarierwesten werden auch mit BCD abgekürzt, was für Buoyancy Control Device steht.

Tauchcomputer: Tauchcomputer erfüllen mehrere Zwecke. Einerseits funktionieren sie als GPS, andererseits stellen sie einen wichtigen Sicherheitsfaktor dar. Sie geben dem Taucher Auskunft darüber, wie lang er fürs Auftauchen benötigen würde, um die Gefahr der Dekompressionskrankheit zu vermeiden. Auch der Füllstand der Taucherflasche usw. können durch den Tauchcomputer angezeigt werden.

Taucherbrillen: Um unter Wasser den Durchblick zu behalten, benötigt man selbstverständlich eine Taucherbrille. Generell spricht man von drei verschiedenen Typen von Taucherbrillen: der Single Lens, der Multiple Lens und der Split Lens. Besonders wichtig beim Kauf einer Taucherbrille ist ein perfekter Sitz und das Volumen der Brille, hierbei wird meistens ein geringeres Volumen bevorzugt.

Neoprenanzug: Ohne den richtigen Neoprenanzug wäre der Körper nicht gegen Umwelteinflüsse und kältere Temperaturen geschützt. Deswegen ist es besonders wichtig, sich einen hochwertigen Neoprenanzug zuzulegen, damit jedes Sicherheitsrisiko vermieden werden kann. Die Stärke der Neoprenanzüge variiert zwischen 3mm und 7mm, je nachdem in welchen Gebieten getaucht wird. Taucht man in extrem kaltem Wasser, wird auf Drysuits zurückgegriffen, welche, je nach Variante, für hohe Flexibilität und eine besonders gute Isolierung sorgen.

Flossen: Zur Fortbewegung unter Wasser werden gute Flossen benötigt. Es gibt verschiedene Arten von Flossen. Welche die richtige ist, entscheidet sich je nach Tauchstil und Präferenz des Tauchers. Zu den verschiedenen Flossenarten zählen unter anderem Paddle Shaped Flossen, Vented Flossen, Split Flossen, Free Diving Flossen, Full Foot Flossen und Open Heel Flossen.

Accessoires: Wer sein Tauchequipment abgesehen von den notwendigen Basics noch erweitern möchte, für den bieten sich verschiedene Accessoires an. Zu ihnen zählen beispielsweise solche, die einen Sicherheitsvorteil bringen können, so wie Messer, Fackel, oder eine Buddy Line, mit der man sich an seinem Tauchpartner befestigt. Außerdem helfen Accessoires wie eine Neoprenkapuze oder Handschuhe gegen die Gefahr des Auskühlens.

Neoprenanzug gehört zur Tauchausrüstung
Bild von Hans Braxmeier auf Pixabay

Welche Kosten sind mit der Tauchausrüstung verbunden?

Der Vorteil, den Anfänger bei der Tauchausbildung haben, ist der, dass generell die komplette Tauchausrüstung von den Tauchschulen gestellt wird. Die Leihausstattung ist im Preis der Tauchkurse meist mit inbegriffen, sodass sich Tauchanfänger um ein eigenes Equipment und dementsprechend anfallende Kosten keine großen Sorgen machen müssen.

Wer erstmal nur einen Schnupperkurs ausprobieren und erste Taucherfahrungen machen möchte, der muss noch keine teuren Anschaffungen tätigen. Dies ist durchaus sinnvoll, um erst einmal auszutesten, wie man mit der Ausstattung zurechtkommt und die Tauchgrundlagen zu erlernen, bevor man in eigenes Equipment investiert.

Aus hygienischen Gründen entscheiden sich viele Taucher dafür, sich zumindest einzelne Teile der Tauchausrüstung selbst anzuschaffen. Wer sich als Tauchanfänger ein komplettes Equipment zulegen möchte, für den entscheidet die Qualität über die Kosten.

Ob es sich für Anfänger lohnt, hängt unter anderem davon ab, wie oft sie tauchen. Wenn man nur  auf wenige Male im Jahr im Urlaub kommt, lohnt es sich nicht so sehr, diese Investition zu tätigen, als wenn man regelmäßige Tauchgänge plant.

Grundausrüstung

Die Kosten einer günstigen Grundausrüstung für Anfänger beträgt insgesamt ca. 100-120€. Diese besteht aus einer Tauchermaske, die man ab ca. 40-50€ bekommt, einem Schnorchel für ca. 15-30€ und Flossen, die um die 40-50€ liegen.

Kleidung

Manche Tauchanfänger erwerben aus hygienischen Gründen Teile des Equipments lieber selbst. Dazu gehört die Kleidung, die benötigt wird. Diese kann man insgesamt für bereits ca. 250€ erwerben. Zur Kleidung gehören ein Neoprenanzug, der mit etwas Glück ab 200€ zu kaufen ist, und Füßlingen für ca. 40-50€.

Technisches Equipment

Zur notwendigen technischen Ausstattung gehört unter anderem die Tarierweste. Diese ist mit Kosten von um die 300€ verbunden . Ein weiterer Bestandteil der Technik ist der Tauchcomputer, welcher ab ca. 300€ gekauft werden kann. Für einen qualitativ sehr hochwertigen Tauchcomputer mit besonders vielen Funktionen muss man teilweise über 900€ ausgeben, dieser ist aber für Anfänger kein Muss. Zudem besteht die technische Ausstattung aus einem Atemregler und einem alternativen Atemregler, welche pro Stück ab ca. 200€ erworben werden können.

Das zur Tauchflasche gehörende druckmessende Manometer kostet ca. 50€, der „Oktopus“ und die Kabel zur Verbindung der Flasche mit der Weste kosten ungefähr weitere 100€. Die Kosten der Gasflasche hängen stark von Volumen und Material ab, normalerweise bekommt man sie ab ca. 150€. Dazu kommt noch das Blei für ungefähr 6€ pro Kilo.

Zusammengefasst: Kosten des Equipements

Die absolute Grundausrüstung für Tauchanfänger, bestehend aus Flossen, Maske und Schnorchel, kostet zusammen um die 110€. Kauft man sich dazu die passende Kleidung bestehend aus Neoprenanzug und Füßlingen für ca. 250€ und das technische Equipment für ca. 1100€, ist man insgesamt bei ungefähr 1460€.

Diese Investition ist für Tauchanfänger am ehesten dann empfehlenswert, wenn sie bereits auf ersten Tauchgängen Erfahrungen sammeln konnten und Präferenzen beim Equipment festgelegt haben. Tauchanfänger, die nur wenige Tauchgänge sammeln, sollten sich überlegen, ob es sich für sie lohnt, sich eine eigene Ausstattung zuzulegen. Geliehene Ausrüstungen können in dem Fall sinnvoller sein.

Tarierweste einer Tauchausrüstung
Thomei08 [Public domain]

Ab wann lohnt es sich für Anfänger und Profis zu kaufen?

Ein eigenes neues Tauchequipment lohnt sich vor allem dann, wenn der Taucher viele Tauchgänge in Gebieten unternimmt, die sich durch ein ähnliches Klima auszeichnen. Generell ergibt es Sinn, ab ca. 10-15 Tauchgängen im Jahr über den Kauf einer eigenen Ausstattung nachzudenken.

Unternimmt man weniger Tauchgänge sollte man Alternativen wie das Leihen oder den Kauf von gebrauchten Ausrüstungen in Betracht ziehen, um die Kosten im Rahmen zu halten.

Tauchausrüstung für Anfänger

Für Anfänger und für Fortgeschrittene, die Geld sparen wollen, lohnt sich die Option, eine gebrauchte Tauchausrüstung zu erwerben. Auf verschiedenen Portalen wie zum Beispiel Ebay Kleinanzeigen werden gebrauchte Einzelteile und komplette Ausstattungen angeboten. Die Preise hängen vor allem von der Marke und dem Zustand ab.

Für Anfänger, die noch nicht zu viel Geld investieren wollen, ist diese Möglichkeit durchaus zu empfehlen. Sie sollten jedoch auf die Vertrauenswürdigkeit des Verkäufers und auf den Zustand der Tauchausrüstung bei deren Erhalt achten, damit keine bösen Überraschungen beim Tauchgang drohen.

Tauchausrüstung für Fortgeschrittene

Fortgeschrittenen Tauchern fällt es leichter als Anfängern, das perfekte Tauchequipment für ihre Bedürfnisse zu finden. Sie wissen, worauf sie achten müssen, welche Präferenzen sie haben und in welches am sinnvollsten für die Gefilde, in denen sie tauchen, ist.

Für Fortgeschrittene, die viele Tauchgänge sammeln, lohnt es sich also, ein eigenes Equipment zu kaufen und diese auf ihre eigenen Bedürfnisse abzustimmen. Die Grundausrüstung, die sich Tauchanfänger zulegen, können erfahrene Taucher je nach Präferenz erweitern und gegebenenfalls in hochwertigere, teurere Teile investieren.

Leihen als Alternative

Für Tauchanfänger, die nur wenig Tauchgänge sammeln und deshalb nicht auf eine eigene Tauchausrüstung bestehen, kann es eine gute Alternative darstellen, zu leihen. Ob dies Sinn ergibt, kommt auf den Einzelfall an, da das Leihen verschiedene Vor- und Nachteile birgt.

 

Vorteile Nachteile
Günstiger bei wenigen Tauchgängen pro Jahr Keine Alternative, falls irgendwas doch nicht passt
Austesten verschiedener Modelle möglich Sondergrößen nicht immer vorhanden
Vorlieben und Abneigungen herausfinden Bei vielen Tauchgängen pro Jahr hohe Leihkosten
Keine hohen Kosten auf einen Schlag Keine Sicherheit, wie hygienisch das Equipment ist (kein Überblick über Reinigung und Desinfektion)
Equipment ist auf das jeweilige Tauchgebiet angepasst Man muss sich jedes Mal an eine neue Ausrüstung und deren Bedienung gewöhnen
Keine Pflege, Wartung und Lagerung der Ausstattung Keine Sicherheit der regelmäßigen Wartung der Ausrüstung

Vor- und Nachteile davon, eine Tauchausrüstung zu kaufen

Viele Taucher entscheiden sich für den Kauf einer eigenen Ausrüstung. Dies bringt verschiedene Vor- und Nachteile mit sich:

 

Vorteile Nachteile
Gebraucht günstig zu erwerben Regelmäßige Wartung notwendig
Bei guter Pflege und regelmäßiger Wartung geringes Sicherheitsrisiko Neue Ausrüstungen können sehr teuer sein
Hygienisch Zusätzliches Gepäck im Tauchurlaub
Größe genau auf den Taucher angepasst Nicht unbedingt für verschiedene Tauchgebiete geeignet

Fazit

Die Frage nach einer eigenen Tauchausrüstung stellt sich für jeden Taucher früher oder später. Ob sich diese Investition lohnt, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Ist der Taucher bereits sehr erfahren, weiß, worauf er Wert legt und taucht öfter als ein paar Mal im Jahr, dann lohnt sich die Investition in den meisten Fällen.

Für Tauchanfänger empfiehlt es sich abzuwägen, ob das Leihen eine gute Alternative zu einem eigenen Equipment darstellt. Um Kosten zu sparen, ist es alternativ möglich, eine bereits gebrauchte, oder zumindest Einzelteile einer gebrauchten Tauchausrüstung, zu kaufen. Jeder Taucher sollte dementsprechend für sich entscheiden, ob für ihn persönlich die Vor- oder die Nachteile einer eigenen Tauchausrüstung überwiegen.